• Weinberg in der Champagne. Foto: 80 GRAD

Champagner Guide-Blog


Tagebuch eines Winzers: Juli 2020

Gleich zu Beginn des Monats fand unsere Champagnerlieferung in den Großraum Paris statt, die wir zweimal im Jahr durchführen und die wie immer eine kleine Herausforderung hinsichtlich der vielen Staus und der abenteuerlichen Fahrweise in Paris war. Da wir aber dort inzwischen mehrere treue Kunden haben, welche es sehr schätzen direkt zu Hause beliefert zu werden, wollen wir diesen Service auch weiterhin anbieten.

Abschluss der Pallisage

In den darauf folgenden Tagen verbrachten wir viel Zeit in den Weinbergen und konnten so die Pallisage bereits am 6. Juli abschließen, was eine gute Woche früher als üblich ist. Darauf haben wir auch gleich im Weinberg zusammen mit unserer Aushilfskraft mit einem frischen Glas Champagner angestoßen. Die Winzer hier verwenden in den Weinbergen übrigens kleine Gläser, die Blidas genannt werden, da diese wesentlich stabiler sind als die üblichen Champagnergläser.

Am darauf folgenden Abend haben wir auch ein gemeinsames Essen mit unserem Team veranstaltet, was auch gleichzeitig ein Abschiedsessen für einen unserer fest angestellten Mitarbeiter war, da er uns nach zwei Jahren Ausbildung am Ende dieser Saison verlassen wird, da ihn das Heimweh zurück in seine alte Heimat in Südfrankreich führt. Dies bedeutet leider für uns, dass wir einen neuen Mitarbeiter suchen und ausbilden müssen.

Weinberge vom Unkraut befreit

Die folgenden Tage verbrachten wir damit, die Weinberge vom Unkraut zu befreien und sie noch einmal mit dem Laubschneider zurückzuschneiden. Außerdem profitierten wir von dem weiterhin trockenen Wetter, um noch einen Weg, der durch Erosion Schaden erlitten hatte, auszubessern.

In unserem neu angepflanzten Weinberg lockerten wir noch einmal mit Hilfe unserer Bodenhacke den Boden auf und befreiten ihn damit auch gleichzeitig vom Unkraut. Auch kam unser Stockräumer noch einmal zum Einsatz, um mehrere Parzellen zu pflügen.

In unserem Champagnerkeller beluden wir regelmäßig unsere Rüttelmaschine, rüttelten Flaschen auf den Rüttelpulten von Hand und führten zwei Degorgierungen (Entfernen des Hefedepots) durch, einmal selbst von Hand und am Ende des Monats mit Hilfe eines Lohnunternehmers und seiner Degorgiermaschine.

Was den Verkauf betraf, so hatten wir zahlreiche Besuche von Kunden für Verkostungen, Kellereiführungen und für eine Besichtigung der Weinberge. Am letzten Juli Wochenende belieferten wir noch einen Teil unserer Kunden in Deutschland, die wir zuvor mit einem Mailing darüber informiert hatten. Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit den Verkaufszahlen in diesem Monat.

Trauben mit Sonnenbrand

Eine unschöne Überraschung gab es leider noch am letzten Tag des Monats, als die Temperaturen auf 39 Grad Celsius im Schatten anstiegen und dadurch einige, der Nachmittagssonne ausgesetzten Trauben einen Sonnenbrand erlitten. Die beschädigten Trauben vertrocknen dann in den darauf folgenden Tagen und sind leider für die Ernte verloren. Wir schätzen den Ernteausfall auf circa 5%. Sorge bereitete uns auch die Pilzkrankheit Oidium, die sich immer mehr in der Region ausbreitete.

Erntequoten

Mit großer Anspannung erwarteten wir auch die Entscheidung über die Höhe der Erntequoten in diesem Jahr, welche am 22. Juli hätte bekannt gegeben werden sollen. Die Erntequoten, ausgedrückt in Kilogramm pro Hektar, werden jedes Jahr zwischen den Repräsentanten der „Négociant-Manipulant“ (welche hauptsächlich aus den großen Champagnerhäusern bestehen) und den Vertretern der Winzergewerkschaft ausgehandelt. In der Regel wird sofort beim ersten Treffen eine Einigung erzielt, doch aufgrund der COVID-19 Krise und den damit verbundenen stark gesunkenen Verkaufszahlen vor allem im Exportbereich (in welchem die großen Champagnerhäuser stark vertreten sind) gingen die Erwartungshaltungen so weit auseinander, dass die Entscheidung auf August vertagt wurde. Für uns bedeutete dies eine zusätzliche Verunsicherung und erschwerte die Planungen für die Weinlese in Bezug auf das benötigte Personal.


Champagne Guy Brunot - Junge Weinstöcke werden vom Unkraut befreit. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Junge Weinstöcke werden vom Unkraut befreit. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Vom Unkraut befreite Weinstöcke (links). Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Vom Unkraut befreite Weinstöcke (links). Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Vom Laubschneider zurückgeschnittener Weinberg. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Vom Laubschneider zurückgeschnittener Weinberg. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Gemeinsames Anstoßen auf das Ende der Pallisage. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Gemeinsames Anstoßen auf das Ende der Pallisage. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Weinberg nach der Pallisage. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Weinberg nach der Pallisage. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Gemeinsames Anstoßen auf das Ende der Pallisage. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Gemeinsames Anstoßen auf das Ende der Pallisage. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Degorgieren mit einer Degorgiermaschine. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Degorgieren mit einer Degorgiermaschine. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Vereisung der Hefedepots vor dem Degorgieren. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Vereisung der Hefedepots vor dem Degorgieren. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Von Pilzkrankheit Oidium befallene Beeren. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Von Pilzkrankheit Oidium befallene Beeren. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Weintrauben mit Sonnenbrand. Foto: Champagne Guy Brunot

Champagne Guy Brunot - Weintrauben mit Sonnenbrand. Foto: Champagne Guy Brunot